Wie so oft in der Surfbranche haben die verschiedenen Windsurf-Hersteller unterschiedliche Standards entwickelt, die für eine große Vielfalt auf dem Finnenmarkt sorgen. Es lässt sich wohl kaum sagen, ein Finnenkasten-System wäre besser oder schlechter als ein anderes: Es sind einfach unterschiedliche Systeme, die sich aufgrund von Profilierungswünschen einiger Hersteller, aber auch aufgrund von Lizenz- und Patentfragen nebeneinander entwickelt und etabliert haben.
Die folgende Übersicht zeigt die Abkürzungen für die heute gängigen Finnensysteme.
US-Box = US Box (bei manchen Herstellern auch Euro Box genannt)
PB-Box = Power Box
TU-Box = Tuttle Box (passt auch in eine Deep Tuttle Box, aber nicht umgekehrt)
PT-Box = Trimm Box
DT-Box = Deep Tuttle Box
Welche Finne ist für mich die richtige?
1. Das Finnenbox-System
Aus den obigen Darstellungen ergibt sich: Welches Finnenbox-System man nun benötigt, ist also eine Frage des Board-Herstellers und des Surfboard-Modells. Als generelle Aussage lässt sich festhalten, dass in Waveboards häufig die US-Box zum Einsatz kommt, während Freemove- und Freeride Boards häufig entweder mit Tuttlebox, Deep Tuttle Box oder Powerbox Finnen ausgestattet sind. Die Trimmbox hat wohl ihre Hochzeiten hinter sich: Der Verbreitungsgrad dieser Finnenbox hat sich stark minimiert. Um eine passende Finne zu finden, kann man entweder auf der Webseite des Board-Herstellers an die Information zum Finnensystem kommen, oder aber man vergleicht das Finnenbox-System der Originalfinne mit der obigen Abbildung. Darüber kann man dann zunächst einmal das passende Box-System herausfinden.
2. Einsatzgebiet / Surfrevier
Je nach Surfspot und Revier variieren die optimalen Finnen, mit denen sich die maximale Surf-Performance erreichen lässt. So gibt es am Markt beispielsweise Wave Finnen, Freestyle Finnen, Freestyle-Wave-Finnen, Freemove-Finnen, Freeride-Finnen, Freerace- und Race-Finnen. Diese Finnen unterscheiden sich in Krümmung und Längen. An dieser Stelle wäre eine ausschweifende und auch teils kontroverse Fachdiskussion möglich, aber wir wollen nicht langweilen. Nur das Wichtigste in Kürze: Der gewählte Finnentyp sollte in etwa dem Boardtypen entsprechen. Je größer der Tiefgang, desto besser lässt sich Höhe laufen. Je länger die Anströmkante, desto mehr Schutz vor Spinouts. In manchen Revieren ist jedoch die Wassertiefe so gering, dass man mit regulären Finnen gar nicht surfen kann, ohne mit der Finne auf dem Grund aufzusetzen. In diesem Fall empfiehlt sich eine Seegras-Finne (Seaweed Fin), die ursprünglich zum Einsatz an Surfspots mit starkem Seegras-Bewuchs konzipiert wurde. Diese Seegrasfinne geht unter dem Board schräg nach hinten weg und kombiniert damit eine lange Anströmkante und eine große Oberfläche mit einem recht geringen Tiefgang. Daher wird diese Finnenbauart gerade an Flachwasser-Surfspots wie dem Ijsselmeer, dem Veluwemeer, dem Ringkobing Fjord in Dänemark, in von den Gezeiten betroffenen Gebieten der Nordsee oder auch auf Fehmarn immer beliebter.
3. Gewicht des Surfers
Faustregel: Je schwerer der Surfer, desto länger die Finne.
4. Segelgöße
Dies ist wohl die wichtigste Einflussgröße: Je größer das Segel, desto länger muss auch die Finne sein, um sein Surfmaterial noch kontrollieren zu können. Bei zu kleinen Finnen droht die Gefahr des so genannten Spin-Out (unkontrolliertes seitliches Wegdriften des Boards verursacht dadurch, dass die Finne keinen Halt mehr halt).
Eine Einbeziehung alle Einflussgrößen zur Auswahl von Finnen kann auch per Finnen-Berater erfolgen. Die Ergebnisse der Berechnungen sind aber im Zweifelsfall nochmal auf Plausibilität zu prüfen..
Die Finnenpflege und Finnen-Reparatur - Tipps
1. Finnen nach der Surf Session aus dem Board herausschrauben und ggf. mit Süßwasser abspühlen, um Korrosion und Ablagerungen an den Metallteilen zu reduzieren. Am Ende der Saison vor der Einlagerung trocknen
2. Finne in die mitgelieferte EVA Schutzhülle packen, um Kratzer zu vermeiden
3. Anströmkante ggf. mit feinem Schmirgelpapier (300er-600er Körnung) abschleifen, falls die Finne Kratzer hat - das beugt auch Spin-Outs vor
4. Bei dickeren Macken und Kratzern vor dem Schmirgeln mit 2-Komponenten-Kleber die Finneausbessern, aushärten lassen und im Anschluss glattschmirgeln.
Wichtige Finnen-Hersteller
Lessacher, Select, White Water, MFC (Mau Fin Company), Pro Limit, Cheeky Windsurf
Die Informationen auf dieser Seite erheben keine Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit und dienen nur der Orientierung.